Das Recht, Motorrad zu fahren

13.08.2020

Das Recht, Motorrad zu fahren

Bundesverkehrsminister Scheuer lud Hersteller- und Fahrerverbände zum Round Table nach Berlin ein

6,2 Millionen motorisierte Zweiradfahrerinnen und -fahrer in

Deutschland konnten nach diesem Termin in der Bundeshauptstadt aufatmen:

Fahrverbote, wie sie der Bundesrat der Bundesregierung empfahl, wird es mit diesem Minister nicht geben. Um die Lärmproblematik zu befrieden, müssen geltende Regeln herangezogen und Gespräche geführt werden.

Mit einem klaren Bekenntnis zur

individuellen Mobilität gab Andreas Scheuer die Richtung der Diskussion

vor, zu der er Ende Juli die Vertreter der Motorradfahrerverbände sowie

der Motorradindustrie eingeladen hatte. Für den Bundesverkehrsminister

stellen die Mobilitätsrechte der Bürger und vor allem die individuelle

Mobilität ein besonders hohes Gut dar, das er keineswegs einschränken

möchte. Neben dem

Industrie-Verband Motorrad (IVM) mit seinem Präsidenten Henning Putzke

(BMW Motorrad) und Hauptgeschäftsführer Reiner Brendicke, saßen die

Biker Union (BU), der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) sowie die

Initiative Schräglagenfreiheit mit am runden Tisch.

Für Regionen, die stark von touristischen Motorradfahrten frequentiert

werden, soll ein Interessenausgleich gefunden werden. Das kann bedeuten,

dass nach Gesprächen zwischen Anwohnern und Motorradfahrer-Vertretern

durchaus Möglichkeiten unterhalb von Streckensperrungen gefunden werden

können. Hier sollen gemeinsame Strategien entwickelt werden und die

Motorradfahrer-Organisationen sagen zu, sich aktiv in diese

Konfliktlösungsprozesse einzubringen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gespräches war die individuelle Mobilität

in Corona-Zeiten. Schließlich hatte das Bundesverkehrsministerium

bereits Ende 2019 den Zugang zur 125-er Roller- und Motorradmobilität

erleichtet. Mindestalter 25 Jahre, 5 Jahre Führerschein B und

prüfungslose Ausbildung in der Fahrschule vorausgesetzt. Ein Anstieg von

etwa 66 Prozent bis Juli in diesem Leichtkraftradsegment in Deutschland

dokumentiert mehr als deutlich, dass der Minister mit dieser Regelung

die Interessen und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes

getroffen hat und der Wunsch nach zweirädriger Mobilität sich

offensichtlich in immer breiteren Gesellschaftskreisen etabliert.

Die Verbände verständigten sich zum Abschluss der Diskussion auf die

Entwicklung eines gemeinsamen Strategiepapieres, das den

Interessenausgleich zwischen Bürgerinnen und Bürgern an hoch

frequentierten Strecken und den Bedürfnissen der Motorradfahrerinnen und

Motorradfahrer ebenso beinhalten soll, wie die Weiterentwicklung der

zweirädrigen Mobilität als auch zukünftigen wichtigen Aspekt im

Verkehrsmix einer modernen, zukunftssicheren Gesellschaft auch und

gerade zu Zeiten der Corona-Situation. Zum Ende der Motorradsaison will

der Round Table mit dem Bundesverkehrsminister wieder zusammentreffen.


Foto: BMVI